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Aus der Historie des Hafens Durban, Natal und Transvaal

An dieser Stelle werden ich ihnen vielleicht später etwas über die Geschichte des alten Hafens "Port Natal", später auch "D´Urban" genannt, der heutigen Metropole DURBAN erzählen.

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Eine alte Karte von Port Natal aus der Zeit zwischen 1824-1842 als die ersten europäischen Einwanderer des Transvaal aber auch nach Natal ins Land kamen.

Friedrich Jeppe, ein Einwanderer aus Rostock, der im Januar 1861 über Port Natal nach Transvaal einwanderte wurde später der bekannteste Kartograph der späteren Süd-Afrikanischen Republik. Mehr über die Ankunft in Port Natal im Jahre 1861 beschreibt Friedrich Jeppe´Nichte Elsa Smithers in ihrer Biographie, die sie 1935 unter dem Titel "March Hare" in London heraus gibt. Aber Friedrich Jeppe war nicht nur Kartograph, sondern auch Herausgeber des "Transvaal Argus" und später General-Postmeister und Finanzminister des Transvaal. In seiner bekannten Schrift, die er anläßlich der Weltausstellung in Paris verfasste, "Die Transvaal´sche oder Süd-Afrikanische Republik" schrieb er 1868 in einer Veröffentlichung in Gotha bei Justus Perthes - über das Thema EINWANDERUNG:

 

"Einwanderung ist alles, was dieses Land für den Augenblick nöthig hat, und zwar arbeitsame Immigranten mit einem kleinen Kapital von 500 bis 1000 Thaler. Wir hoffen, die Tausende, welche alljährlich ihre Schritte nach Amerika lenken, zu uns kommen und ihre neue Heimat in diesem gelobten Lande begründen möchten. Die Passage ist freilich theurer von Hamburg nach Port Natal als von Hamburg nach Nord-Amerika, auch die Transportkosten von Natal nach hierher (Transvaal) betragen wenigstens 10 - 15 engl. Pfund per Kopf, doch das Land ist viel billiger und fruchtbarer als in den billigsten und besten Theilen von Amerika.... ".

Dem Friedrich Jeppe sind wir wegen der ersten Briefmarken des Transvaal gerade wieder auf der Spur, denn sie sollten vom Hofbuchdrucker Adolf Otto zu Güstrow in Mecklenburg gedruckt worden sein und das scheint historisch nicht ganz korrekt zu sein, denn Adolf Otto war nicht Hofbuchdrucker, sondern Hofklempnerm und Graveur, wie wir gerade ermittelt haben. Wer ist wir? Na ja, der Historiker Prof. Lindsay Frederick Braun aus USA, ich der Verfasser - als Mitglied von "Bremen-Durban", die Historiker der Universität Rostock und das "Africana Museum" in Johannesburg. Auch die Historikerin Helen Labuschagne aus Durban hatte versucht Licht in das Dunkel zu bringen, weshalb die ersten Briefmarken der damaligen Transvaal Republik in Güstrow in Mecklenburg gedruckt wurden. Es wird vermutet Adolf Otto und Friedrich Jeppe seien Vettern gewesen, was aber nicht zu stimmen scheint.

Die bisherigen Recherchen sind leider noch nicht ganz abgeschlossen weil die alten Güstrower Handwerksrollen scheinbar verschollen sind, doch ich selbst vermute, Adolf Otto und Friedrich Jeppe haben damals über eine gewisse Zeit gemeinsam eine Lehre beim Hofgraveur S. M. Jonas in Güstrow absolviert und kannten sich aus dieser Zeit. Später um 1868 war Adolf Otto als Hof-Graveur in Güstrow selbstständig und Friedrich Jeppe war General-Postmeister der Südafrikanischen Republik geworden, was lag näher als sich an den Kollegen von einst zu erinnern, doch es ging für ihn übel aus. Friedrich Jeppe wurde als General-Postmeister und als Treasurer-General (Finanzminister) seines Postens enthoben. Mit im Spiel war auch der damalige Konsul des Deutschen Bundes, Kaufmann Gustav Dentzelmann, für Natal, der in D´Urban seinen Sitz hatte. Der bisherige Forschungsstand wird in einem Booklet mit dem Titel "SKANDAL, zwei Mecklenburger Lehrlinge erproben die Globalisierung im 19. Jh" im Eigenverlag erscheinen, sofern sich kein Verlag findet. Doch wer mehr über die Geschichte des Skandals lesen möchte, die Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin hat sie in ihren Bestand übernommen und ist auch dort zu erhalten. Der Autor ist auch der Administrator dieser Web-Site der Städtepartnerschaft "Bremen-Durban". 

Active Image Um diese Dinger geht es, wie hier die 6d. Marke aus dem Jahre 1870 und wer davon noch Echte besitzt ist wohl ein echter Glückspilz, denn sie sind wohl ähnlich wertvoll wie die "Blaue Mauritius".  

Aber auch andere Forschungsreisende, wie der Bremer Reiseschriftsteller Eduard Mohr betraten in Port Natal 1868 afrikanischen Boden, welches er er in seinem Buch "Nach den Victoria Fällen des Zambesi" 1873 veröffentlichte. Auf dieser Reise besuchte er auch die Jeppe Brüder Hermann und Friedrich, der damals in Potchefstroom lebte und General-Postmeister des Transvall geworden war. Aber auch vom Besuch des Jeppe Schwagers Moritz Dietrich auf Farm Morgensonne berichtet er, mehr kann man darüber auch im Buch "March Hare" lesen, welches Moritz Dietrichs Tochter 1933 unter dem ehelichen Namen Elsa Smithers veröffentlichte. Die Kontakte zwischen Bremen, Durban und Südafrika bestehen also nicht nur in der Neuzeit, auch damals 1868 kamen Bremer, wie Eduard Mohr, mal eben nach Durban und Südafrika um Freunde zu besuchen! Aber auch der deutsche Forscher Carl Mauch und viele Andere beschreiben, dass sie über D´Urban oder Port Natal eingereist seien...  

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Dieses Bild (etwa 1868) erschien im Buch des Bremer Afrikareisenden Eduard Mohr, "Nach den Victoria Fällen des Zambesi", welches im Jahre 1873 vom Verlag Ferdinand Hirth & Sohn, Leipzig, heraus gegeben wurde. Ein Exemplar dieses zweibändigen Werkes soll in der Universitätsbibliothek Bremen vorhanden sein, Einsicht ist aber nur im Lesesaal möglich, teilte man mir mit. 

Active Image  Stadtplan Durban 1897 wie er im britischen Castle-Line Atlas veröffentlicht wurde.

- Doch lassen wir hier doch einmal Herrn Adolf Hübner, einen Berg- und Hütteningenieur aus Sachsen, der mit unserem Bremer Afrikaforscher 1868 zu den Victoriafällen unterwegs war, ein wenig über Durban berichten. Ein Ort den er nur auf der Durchreise kennen lernte und über den er nur wenig zu sagen hatte, an dem Ort, dessen Namen (Durban) er in Klammern setzte, und sagte darüber hätten Thomas Bain und der Survayor-General von Natal, Sutherland, genügend geschrieben.

Doch zu diesen Beschreibungen kann er sich noch durchringen... "Die Bai von Durban, deren nördlichster die Barea ist, der paradisische Ort der Landsitze, deren südlichster, der Bluff, da wo er ausläuft, den Leuchtturm trägt. Dort tritt ein roter Sand überall zu Tage, der durch die üppigste Vegetation eine willkommene Feuchtigkeit erhält, hier ein oolitischer bröckeliger Sandstein, auf den ebenfalls die Vegetation einen dichten Schleier geworfen hat; nur an einigen Stellen fallen weisse Abhänge ins Meer, die mich anzogen".  So veröffentlicht 1869 in Gotha bei Julius Perthes. 

Wenn Sie mehr über die frühe Zeit der Metropole DURBAN, unserer Partnerstadt zu Bremen, wissen möchten, oder auch selbst etwas beizutragen haben - lassen sie es mich wissen?  

Autor: Herbert A. Peschel, Ingenieur i.R und Sachbuchautor.