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Blaumeiers Süße Frauen in Durban

 

 

Blaumeiers Süße Frauen, die schräg-charmante Theatertruppe des integrativen Kunstprojektes aus Bremen, hat im Zeitraum 19.9. – 1.10.2011 eine workshop- und Gastspielreise nach Durban unternommen. 11 Blaumeier-SchauspielerInnen reisten mit Brautkleidern und einer Fülle von Brautschmuck nach Südafrika und widmeten sich gemeinsam mit 19 behinderten und nicht-behinderten TeilnehmerInnen aus Durban theatral dem Thema Hochzeit. Gemeinsam erarbeiteten sie anlässlich des Stadtfestes Celebrate Durban über Improvisationen Straßentheaterszenen rund ums Heiraten.

Die SpielerInnen fanden in den workshops im BAT-Center schnell zu einer Gruppe zusammen. Gemeinsam und über alle Sprachbarrieren hinweg haben sie in der kurzen Zeit voller Spielfreude und Spontaneität theatrale Szenen erarbeitet, in die sie traditionelle Zulu-Gesänge und –Tänze integrierten.  

Schließlich traten 9 stolze Brautpaare in vollem Hochzeitsstaat, 12 wild-flirtende Bräute auf der Suche nach dem passenden Gatten und ein verschmähter Bräutigam aus den Türen des Rathauses. Die feierlich-schrillen Brautleute mischten sich schrubbend, flirtend und schmachtend unter das Publikum von Celebrate Durban – und am Folgetag unter die Besucher des Regionalzentrums in KwaMashu. Da griff eine weißgekleidete Braut schon mal zu Schrubber und Eimer, um den Weg zum Bräutigam sauber nehmen zu können. Und eine Massage  der Hochzeitsgäste – so wissen die pfiffigen Bräute -  trägt viel zur Auflockerung der Hochzeitsgesellschaft bei. Da revanchierte sich schon mal ein amüsierter Zuschauer mit einer Nackenmassage bei den reizenden Bräuten.  

Bei einen anschließenden Inklusionskongreß im Gesundheitsministerium wurde die Möglichkeiten der Kunst - nach Vorträgen über den Arbeitsansatz des Blaumeier-Ateliers -  diskutiert. Es ist sehr erfreulich, dass dieses Thema in Südafrika relevanter wird und Beachtung findet. Intensive Gespräche fanden über Aufbau und Finanzierung von Blaumeier statt – und die Übertragbarkeit auf dortige Verhältnisse.  

Für die TeilnehmerInnen war die Zusammenarbeit mit den afrikanischen SpielerInnen äußerst bereichernd. Die reiche Tanz- und Sangestradition hat die Bremer Blaumeier-Spielerinnen sehr angeregt. Für die Durbaner war die Form der inklusiven künstlerischen Tätigkeit wie auch des Straßentheaters eine Neuheit: der direkte Kontakt mit dem Publikum ist in der südafrikanischen Tradition nicht verankert.  

Die Reise und die Zusammenarbeit war für beide Seiten ein großer Erfolg. Für die Zukunft wäre eine Weiterführung der inklusiven künstlerischen Arbeit im BAT-Center in Durban und eine Vertiefung der entstandenen Beziehungen zu Blaumeier wünschenswert.